Der alte Mond – Die Mondentwickelung nach R. Steiner
Texte Dr. R. Steiner aus Anthrowiki

Alle Bilder: Saturnenwickelung, Sonnenentwickelung , Mondenentwickelung
können kopiert bzw. heruntergeladen werden, ausschließlich nur für priavte Zwecke.
F. Heinrich

Der alte Mond, nicht zu verwechseln mit unserem gegenwärtigen Mond, war die dritte Verkörperung unserer Erde bzw. unseres ganzen Planetensystems. Er wird auch als Kosmos der Weisheit bezeichnet. Der Name leitet sich davon ab, dass man zur Erforschung dieses alten Mondenzustandes von der hellsichtigen Betrachtung des heutigen Mondes ausgehen muss. (Lit.: GA 136, S 140ff)

Inhaltsverzeichnis.

1 Die Geister der Bewegung als Regenten der alten Mondentwicklung
2 Die Mondentwicklung und die Entstehung des Bösen
3 Das weibliche Gemeinschaftsbewusstsein des alten Mondes
4 Die Naturreiche des alten Mondes
4.1 Wie aus den Naturreichen des alten Mondes die irdischen Naturreiche entstanden
5 Abtrennung der Sonne
6 Das Menschenwesen auf dem alten Mond
7 Anmerkungen
8 Literatur
9 Weblinks

Die Geister der Bewegung als Regenten der alten Mondentwicklung
Die Mondenentwicklung wurde von den Geistern der Bewegung geleitet. Der höchste Mondenregent war der Heilige Geist. Die Mondenentwicklung wird in der okkulten Sprache auch als dritter Schöpfungstag, Dies Lunae = Mondtag, bezeichnet. (Lit.: GA 099, S 103)
Die Weltenmission des alten Mondes war es, den Astralleib des Menschen auszugestalten und die Möglichkeit des Denkens zu begründen. (Lit.: GA 121, S 97)

Die Mondentwicklung und die Entstehung des Bösen
Zu Beginn der Mondenentwicklung wiederholte sich auf höherer Stufe die Saturn- und Sonnenentwicklung. Dann trennte sich der alte Mond von der Sonne ab und kreiste etwa dort, wo der heutige Mars seine Bahnen zieht, um die Sonne, wobei er sich während eines Rundgangs nur einmal um sich selbst drehte. Diese Sonne, die das Zentrum der alten Mondenwelt bildete, glich weder der ursprünglichen alten Sonne, aus die Mondenwelt hervorgegangen war, noch unserer heutigen Sonne.
Der alte Mond entwickelte sich aus der alten Sonne dadurch, dass die Geister der Bewegung die Masse der alten Sonne bis zur Grenze der heutigen Marsspäre zusammendrängten. Dadurch verdichtete sich die Luft teilweise zu Wasser. Zugleich verfeinerte sich aber der Lichtäther, der während des alten Sonnendaseins entstanden war, teilweise zum Klangäther. Diese Ätherkäfte trennten sich später mit der Sonne ab und wirkten nur mehr von außen auf den Mond herein. Die fortgeschrittenen geistigen Kräfte gingen mit der Sonne, während die zurückgebliebenen Mächte auf dem Mond verblieben. Letztere wurden zu luziferischen Wesenheiten und es entstand die erste Anlage zum Egoismus, damit aber auch zur Selbstständigkeit. Diese Entwicklung war mit heftigen Auseinandersetzungen verbunden, die in der Esoterik als Streit am Himmel bezeichnet werden, und desssen Spuren wir heute in dem Trümmerfeld der Planetoiden zwischen der Mars- und Jupiterbahn beobachten können. Es entstand so die Möglichkeit des Bösen auf dem alten Mond.

Das weibliche Gemeinschaftsbewusstsein des alten Mondes
Der alte Mond hatte in hohem Grade ein gemeinsames Bewusstsein, das als weiblich empfunden wurde (Isis). Die von außen hereinstrahlende Sonne wurde als männlich empfunden (Osiris). Zu gewissen Zeiten, wenn der alte Mond in einer bestimmten Stellung zur Sonne war, ertönte der ganze Mond, wenn die einzelnen Wesen ihren Trieb, der eine Art Keim des Fortpflanzungstriebes war, in den Kosmos hinausschrien, aber nicht aus ihrem einzelnen Erleben heraus, sondern als kollektiver Ausdruck dieser kosmischen Konstellation.

Die Naturreiche des alten Mondes
Der alte Mond war ein flüssiger bis zähflüssiger Weltkörper, umgeben mit einer von Feuchtigkeit durchzogenen Atmosphäre aus Feuerluft. Die Naturreiche waren sehr eigenartig gestaltet. Die Grundsubstanz glich einer Art Pflanzenbrei, der ähnlich einer innerlich halblebendig wachsenden Torfmoormasse war. Ein festes Mineralreich in unserem irdischen Sinn gabe es noch nicht, sondern das unterste Naturreich war so etwas wie ein Mineralpflanzenreich, das auf einer Entwicklungsstufe stand, die zwischen unseren heutigen Mineralien und unseren heutigen Pflanzen lag. Darüber erhob sich ein innerlich empfindsames Pflanzentierreich, das entwicklungsmäßig zwischen unseren heutigen Tieren und Pflanzen stand. Als drittes Naturreich folgte, zwischen Tier und Mensch stehend, ein Tiermenschenreich, dem der Mensch in seinem damaligen Entwicklungsgrad angehörte. Ursprünglich hatte es auf dem alten Mond ein Menschenreich, ein Tierreich und ein Pflanzenreich gegeben. Durch den Austritt der Sonne wurden diese jeweils um eine halbe Entwicklungsstufe gehoben, so dass die genannten Zwischenreiche entstanden.
“Nicht bloß während unserer Erdentwickelung, sondern vorbereitend schon während der Mondentwickelung geht die Sonne einmal heraus aus dem gemeinsamen Weltenkörper; so daß wir in der Mitte der Mondentwickelung zwei Körper haben, den Mondleib – Erde plus Mond – und die Sonne, die mit den vorgeschrittensten Wesenheiten sich herausgetrennt hat, weil diese Wesenheiten für ihre Weiterentwickelung einen erhabeneren Schauplatz brauchten. Dadurch nun, daß die feineren Kräfte und Wesenheiten hinausgingen, blieben auf der Erde die gröberen zurück, und dieser Weltkörper – Erde plus Mond – erfuhr dadurch sozusagen eine Verdichtung. Wir sehen also, daß schon damals in der alten Mondzeit die Sonne mit ihren Wesenheiten von außen her während einiger Zeit auf den zurückbleibenden Mondkörper gewirkt hat. Nun wird es nötig sein, Ihnen diesen zurückbleibenden Körper ein wenig näher zu beschreiben, denn wir haben ja einen Teil unserer Entwickelung auf ihm durchgemacht. Auf dem Saturn gab es nur den physischen Leib; der Mensch hatte den Wert eines Minerals. Auf der Sonne erhob sich der Mensch zu dem Werte einer Pflanze, denn er hatte physischen und Ätherleib. Nun waren aber gewisse Wesenheiten zurückgeblieben, indem sie auf der alten Sonne nicht mit hinaufstiegen zum Menschen-Pflanzendasein, sondern auf der Stufe des Saturn stehen blieben. Das sind die Vorläufer gewisser heutiger Tiere. Sie sehen, der heutige Mensch reicht in bezug auf seine Vergangenheit zurück bis zu dem alten Saturn, während erst auf der Sonne die Vorläufer eines Teiles unserer heutigen Tiere auftreten als ein zweites Reich neben dem Menschen. Aus demselben Grunde, aus einem Zurückbleiben gewisser Wesenheiten, war der Mensch, der sich auf dem Monde zu einem dreigliedrigen Wesen emporgearbeitet hatte, von zwei anderen Reichen umgeben: von einem Reiche, das auf dem Monde in der Stufe der Pflanze zurückgeblieben war – die Vorläufer unserer heutigen Tiere -, und von dem, was sich jetzt auf dem Monde noch auf der Stufe des Minerals befand, die Vorläufer unserer heutigen Pflanzen. Das, was heute Mineral ist, das gab es noch nicht auf dem Monde, das ist erst am spätesten entstanden als eine Aussonderung der anderen Reiche. Natürlich weiß derjenige, der solche Dinge behauptet, ganz genau, daß es Unsinn ist, im heutigen Sinne davon zu reden, daß die Pflanzen ohne die Grundlage eines Mineralreichs entstehen könnten; aber es waren eben früher ganz andere Verhältnisse. In der Tat entwickelte sich auf dem alten Monde der Mensch sozusagen im Tierreich, das Tier im Pflanzenreich, die Pflanze im Mineralreich, und als der Mond sich von der Sonne trennte, erfuhren alle Reiche eine Verschiebung, die in folgender Weise geschah.
Wenn wir uns den alten Mond denken, dann sind zunächst die drei oben genannten Reiche vorhanden: das Menschenreich – eigentlich Tierreich, aus physischem, ätherischem und Astralleib bestehend; das Tierreich – eigentlich Pflanzenreich, aus physischem und ätherischem Leibe bestehend; das Pflanzenreich – eigentlich Mineralreich, weil es nur physischen Leib hat.
Unser heutiges Mineralreich also besteht noch nicht. Als nun Mond und Sonne sich trennen, sind die Wesenheiten und Kräfte der Sonne ganz befreit von den groben Stoffen des Mondes und können um so stärker wirken. Dadurch werden nun alle drei Reiche um eine Stufe heraufgehoben. Das, was menschlicher Astralleib ist, wird aus seiner innigen Verbindung mit physischem und Ätherleib herausgehoben, so daß, wenn Sie sich den Menschen mit seinem physischen, seinem Äther- und Astralleib im Beginn des Mondendaseins denken, Sie später eine wesentliche Veränderung wahrnehmen: Dadurch, daß die Sonne heraustritt und von außen zu scheinen beginnt, werden der Astralleib und der Ätherleib zum Teil befreit. Die Folge davon ist, daß etwas entsteht, was Sie sich etwa so vorstellen müssen: Denken Sie sich einmal, der heutige Mensch bestünde aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib, und nun käme eine äußere Kraft, die den Astralleib und den Ätherleib heraustriebe; dann würden für den Hellseher Ihr Astralleib und Ihr Ätherleib außerhalb Ihrer vorhanden sein. Sie selbst aber würden dadurch, daß diese beiden Leiber von der Schwere des physischen Leibes befreit werden, um eine halbe Stufe hinaufgehoben werden. Und so etwas geschah auch damals. Der Mensch wurde auch hinaufgehoben, er wurde ein Wesen, welches zwischen dem heutigen Menschen und dem heutigen Tiere mitten drinnen steht, welches aber in geistiger Beziehung gelenkt und geleitet wurde von den erhabenen Sonnenmächten. Ebenso wurden die beiden anderen Reiche um ein Stück hinaufgehoben, so daß wir in der Mitte der Mondentwickelung nicht unsere heutigen Reiche haben, sondern Zwischenreiche: ein Tiermenschenreich, ein Reich zwischen Tier und Pflanze stehend, und ein Pflanzenmineralreich. Und geradeso wie unsere Mineralien den festen Boden bilden, auf dem wir herumwandeln, so gingen die Wesenheiten des alten Mondes herum auf dem, was das niedrigste Reich des Mondes war, auf dem Pflanzenmineral. Diese Grundsubstanz des Mondes war nicht wie auf der Erde heute eine mineralische Substanz, sondern eine Art halblebendigen Wesens. Wenn Sie sich heute denken würden etwas wie Torfmoor oder wie Kochsalat oder gekochten Spinat, einen solchen Brei, aber dabei lebendig, aufbrodelnd – dann ungefähr hätten Sie eine Vorstellung von dem, was damals die Grundmasse war. Und nicht Felsen ragten aus dieser Masse heraus, sondern Gebilde wie etwa das Holz, verdichtete Pflanzenmasse, Horngebilde, das war damals anstelle der heutigen Felsen. Und für den hellseherischen Blick zeigt sich das so, daß man auf einer pflanzlich-mineralischen Grundlage wandelte, die eine Verdichtung erfuhr, und das sind die Gesteine. Da wachsen nun heraus, mehr oder weniger festgewurzelt, die Tierpflanzen, viel beweglicher als heute; aus dem zähflüssigen Element wachsen sie heraus. Sie hatten eine Art von Empfindung, wenn man sie anrührte. Und aus den feinsten Substanzen hob sich der Tiermensch heraus, der keineswegs bis in die gröbsten Substanzen hinunterreichte, sondern seinen physischen Leib aus den feinsten Substanzen hatte. Und dieser physische Leib, der in fortwährender Verwandlung sich befand, sah recht merkwürdig aus; einen solchen Menschenkopf, wie ihn der Mensch heute hat, den kann der Hellseher nicht entdecken auf dem alten Monde. Er entdeckt im physischen Leibe, wenn dieser auch noch so weich und flüssig ist, nur tierähnliche Kopfformen, und was aus dieser tierähnlichen Kopfform herausragt, das ist der Äther- und der Astralleib. Für den physischen Blick hatten alle Tiermenschen also die verschiedensten Formen, die an Tiere erinnern, aber auch nur erinnern, und erst wenn man vom physischen Sehen zum astralischen Schauen aufsteigt, dann erblickt man die höhere Natur dieses Mondtiermenschen. So ist die Bevölkerung des alten Mondes.” (Lit.: GA 105, S 85ff)
“Als die Erde noch in dem Zustande war, den wir den Mond nennen, da gab es auf der Erde noch kein Mineralreich. Es war der ganze Mond damals wie eine Art Pflanze, ähnlich wie ein Torfmoor, weich und lebendig. Auf dieser pflanzenmineralischen Erde lebten Pflanzen darinnen. Mineralisches war noch nicht da. Nur zogen sich festere Bestandteile hindurch in der Art, wie Baumstämme sind. Felsen hätte man damals nicht besteigen können; die waren nicht da. Das Feste, was man damals angetroffen hätte, wäre nur so gewesen wie heute das Holzige der Pflanzen. In dieser lebendigen Pflanzenerde lebten solche Pflanzen, die, wenn man sie angefaßt hätte, geschrien haben würden; denn sie hatten Empfindung, waren Tierpflanzen. Ein Rest von diesen Mondpflanzen ist die Mistel, die deshalb auch nur auf anderen Pflanzen, also auf Lebendigem nur gedeihen kann, weil sie sich diese Natur noch vom Monde her bewahrt hat. Daher ist sie auch ganz anders gestaltet und hat besondere okkulte Eigenschaften, die zur Mondentwicklung in Beziehung stehen. Es waren also auf dem Monde: ein Pflanzenmineralreich, das höher stand als das heutige Mineralreich; ein Tierpflanzenreich von empfindenden Pflanzen; ein Reich von Menschentieren, die höher standen als das jetzige Tierreich und tiefer als das jetzige Menschenreich.
Auf dem Monde lebten die Wesen alle in hohem Maße von Stickstoff. Der Mond war von einer Stickstoffatmosphäre umgeben. An einem Überfluß von Stickstoff ist der Mond zugrunde gegangen. Die Pilze, die auch jetzt auf einem mehr pflanzlichen Boden leben, enthalten noch sehr viel Stickstoff und sind deshalb ungünstig für die okkulte Entwicklung. Sie sind noch mehr eine Art Tierpflanze wie die Tierpflanzen auf dem Monde.” (Lit.: GA 266a, S 150)

Wie aus den Naturreichen des alten Mondes die irdischen Naturreiche entstanden
Aus den Tiermenschen des alten Mondes sind größtenteils, soweit sie sich nicht weiter fortentwickeln konnten, unsere heutigen Tiere entstanden. Ebenso aus den Pflanzentieren unsere heutigen Pflanzen und aus den Mineralpflanzen die Mineralien. In einzelnen Fällen lassen sich die Spuren dieser Entwicklung noch deutlich an den heutigen Gestaltungen ablesen; ein simples, aber vielsagendes Beispiel sind die Eisblumen an unseren winterlichen Fenstern. Die Spaltung der alten Mondennaturreiche in die heutigen irdischen Naturreiche fand statt, als sich währen der Erdentwicklung der Mond von der Erde trennte.
“Wollen wir nun die abgetrennte Erde noch einmal genauer ins Auge fassen. Sie ist noch eingehüllt in einer Luftmasse, die aber ganz anders aussah als unsere heutige Luft. Sie müssen sich nicht etwa denken, daß diese Luft so etwas war wie ein glühender Ofen in seinem Inneren, obwohl die Temperatur eine viel höhere war als heute. Es waren auch viele der Stoffe, die heute fest sind, flüssig in der Erde vorhanden. Eine Luft, dicht angefüllt mit Dünsten der verschiedensten Substanzen, umhüllte die Erde, etwas, was man als Feuerluft etwa bezeichnen kann, ein Wiederholungszustand des früheren Mondenzustandes. Als die Erde nach der Trennung vom heutigen Mond selbständig geworden war, da war sie von einer merkwürdigen Atmosphäre umgeben, die man als Feuerluft bezeichnen könnte. Dadurch, daß sich die Erde von der Atmosphäre, die mit dem Mond fortgegangen war, befreit hatte, wurden die Wesen fähig, gewisse höhere Stufen zu erreichen. Innerhalb dieser Atmosphäre hatten die vorgeschrittensten Tiermenschen eine höhere Stufe erreicht, als sie auf dem Monde hatten, aber nur jene, welche später zu Menschen geworden sind. Eine große Anzahl dieser Tiermenschen blieb auf der Mondstufe stehen. Und die Folge davon war, daß sie nicht bloß stehenblieben, sondern, weil jetzt ganz neue Verhältnisse eintraten — denn es konnte nur auf dem Monde noch Tiermenschen geben -, sanken sie um eine halbe Stufe herunter und wurden Tiere, die es damals auf dem Monde noch nicht gegeben hat. So haben wir zwei Reiche: Menschen, und das zurückgebliebene Tiermenschenreich, das allmählich heruntersank zu Tieren.
Ebenso war es mit den Pflanzentieren. Eine gewisse Anzahl hatte sich höher entwickelt, zu Tieren; andere sind stehengeblieben und wurden Pflanzen. Und das Pflanzenmineralreich hat sich eben so verteilt, daß einige zu schweren Mineralien geworden sind, und andere sich zu Pflanzen hinaufentwickelt haben. Es ist nicht alles nach einem Maßstabe entstanden; was wir heute als Tiere kennen, ist zum Beispiel zum Teil so entstanden, daß die Menschentiere sich hinunterentwickelt, und zum Teil so, daß die Pflanzentiere sich hinaufentwickelt haben. Ebenso haben wir im Pf lanzenreich nebeneinander Pflanzenmineralien im Aufstieg und Pflanzentiere im Abstieg. Die Pflanzen, die heute vorzugsweise unsere ästhetische Pflanzendecke bilden, sind jene, die entstanden sind durch Hinaufentwickelung der Pflanzenmineralien des Mondes, das Veilchen zum Beispiel. Dagegen ist alles, was uns wie moderig anklingt, in absteigender Entwickelung, während unsere grünen Laubpflanzen in der Zukunft höhere Stufen erreichen werden.
Unsere Mineralien haben sich überhaupt auf der Erde entwickelt. Auf dem Monde gab es noch nichts Mineralisches, wie es heute ist. Dies ist das heruntergesunkene Pflanzenmineralreich, das als feste Kruste sich der Erde einlagerte. In der Zeit, in welcher die Erde den Mond hinauswarf, war das, was zurückblieb und später Mineral, festes Metall und so weiter wurde, selbst noch ganz und gar eine flüssige Masse. Was damals schon fest war, wurde eben in den Weltenraum hinausgeschleudert, weil sich die Erde nicht hätte höherentwickeln können, wenn sie diese Substanzen für sich behalten hätte. Dann entstanden Einschlüsse derjenigen Metalle, die am ehesten fest wurden. Merkwürdige Formen hatten sie zum Teil. Was Ihnen heute als Granit, als Gneis im Gebirge begegnet, zeigte damals noch ganz deutlich, daß es entstanden ist, indem sich Pflanzenwesen heruntergebildet haben, Steine geworden sind.” (Lit.: GA 100, S 133f)

Aus dem Menschentierreich entstanden auch die zwei Geschlechter:
“Auch das Reich der Menschentiere hat sich gespalten in zwei Reiche, und zwar in die zwei Geschlechter.* Damit entstand bei den Menschen die physische Liebe, welche wieder das Band zwischen den beiden Geschlechtern bildete und andererseits die Möglichkeit zur Höherentwicklung, zur geistigen Erkenntnis. Dadurch, daß sich das Menschenreich spaltete und die physische Liebe entstand, konnten die Götter sich höher entwickeln auf Kosten der Menschen, da für die Götter die physische Liebe der Menschen ebenso Lebensluft war, wie für den Menschen und das Tier der Sauerstoff der Pflanzen, wie für die Pflanze das vom Mineralreich zurückgestrahlte Licht. Es wird in der griechischen Sage erzählt, daß die Götter von Nektar und Ambrosia leben. Das ist die männliche und weibliche Liebe der Menschen. Zu gleicher Zeit entwickelte sich in den Menschen das Herz, die Lungen und das warme Blut – vorher atmeten die Menschen durch Kiemen. Sie lebten in einer Atmosphäre, die man nicht durch Lungen hätte einatmen können. – Nun verwandelten sich die Atmungsorgane allmählich, um den Sauerstoff der Luft einatmen zu können.
Der Aufstieg und die Fortentwicklung besteht nun darin, daß die Menschen die physische Liebe überwinden. Die Trennung in die beiden Geschlechter war notwendig, damit sich im Menschen der Intellekt entwickeln konnte. Er wurde dadurch in eine niedere und eine höhere Natur gespalten. Nun muß aber das, was die beiden Geschlechter zusammen verbindet, auch wieder überwunden werden. Es ist eine Stufe des Aufstiegs, wenn der Mensch die Kräfte der physischen Liebe opfert und in höhere Kräfte umwandelt. Dadurch, daß er diese niederen Kräfte opfert, kann das Höhere in ihm zutage treten.” (Lit.: GA 266a, S 151f)[1]

Abtrennung der Sonne
Nachdem sich die Sonne von dem alten Mond abgetrennt hatte, gab es dort drei unterschiedliche typische Gattungen der Tiermenschen: Stiermenschen, Löwenmenschen und Adlermenschen. Es spiegelt sich darin die dreifache Entwicklung auf Saturn, Sonne und Mond wider. Ihre Urbilder hatten sie in den engelartigen Gruppenseelen, die mit der Sonne hinausgegangen waren: Stiergeister, Löwengeister und Adlergeister. Sie leiteten ihre verhärteten Abbilder auf dem Mond von außen her und konnten diese am Ende der Mondenentwicklung, als sich der Mond wieder mit der Sonne vereinigte, wieder in sich aufnehmen. (Lit.: GA 112, S 55f)

Das Menschenwesen auf dem alten Mond
Der Mensch bestand damals aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Was heute innere Blutwärme ist, hatte der Mensch auf dem alten Mond als Atmungswärme. Er hatte eine Feueratmung, mit der er die Feuernebel der Mondenatmosphäre aufnahm. Atmung und Ernährung waren noch nicht gesondert voneinander. Einen geschlossenen Blutkreislauf hatte der Mensch damals noch nicht, aber die Feuerluft-Strömungen waren rhythmisch wechselnd einmal von dichterer, einmal von weniger dichter blutähnlicher Substanzialität durchzogen. Manchmal erschienen diese Strömungen wie ein kosmischer Nabelstrang, der sich in die Atmosphäre streckte und die Stoffe in den menschlichen Leib brachte. Es war die Arbeit der Engel, die diese Blutsäfte in das Menschenwesen einfließen ließen. Sie absolvierten dabei ihre eigene Menschheitsentwicklung und bildeten ihr Ich aus. Indem die Blutströme in den Menschen einzogen, begann das Menschenwesen zum Ausdruck des kollektiven, noch nicht individuellen seelischen Erlebens von innen her zu ertönen (s.o.).
Mit dem Keim des Egoismus, der Absonderung, der durch die notwendig gewordene Abtrennung der Sonne in die Mondenwelt gelegt wurde, entstand auch die Sehnsucht, die Sehnsucht nach Wiedervereinigung, das Heimweh nach der verlorenen Sonnenwelt. Diese Sehnsucht konnte von den Geistern der Bewegung zunächst nicht der Wirklichkeit nach befriedigt werden, sondern nur durch Bilder, die sie in das Bewusstsein der Mondmenschen legten. So entstand das Bilder-Bewusstsein, der Menschenvorfahren auf dem alten Mond, bei denen erst der physische Leib, der Ätherleib und der Astralleib veranlagt waren, die aber noch kein eigenständiges Ich hatten. (Lit.: GA 132, S 61ff)
Indem dem Menschenwesen auf dem alten Mond der Astralleib eingegliedert wurde, ist zugleich im physischen Leib das Nervensystem veranlagt worden. Der Astralleib ist der Erbauer des Nervensystems.

Anmerkungen
In zwei anderen, sonst gleichlautenden handschriftlichen Mitschriften heißt es:
«Damit entstand bei den Menschen die physische Liebe. Dadurch konnte sich über das Reich der Menschen noch erheben das Reich der Götter. Diese leben von der physischen Liebe der Menschen, so wie Menschen und Tiere von dem Sauerstoff, den die Pflanzen ausströmen, und wie die Pflanzen von dem aus der Mineralwelt zurückgestrahlten Lichte. Es wird in der griechischen Sage erzählt, daß die Götter von Nektar und Ambrosia leben, das ist die männliche und weibliche Liebe der Menschen.
Der Aufstieg des Menschen vollzieht sich zunächst durch die Überwindung der physischen Liebe; zweitens durch die Regelung des Atmungsprozesses, das Verzichtleisten auf das Leben der Pflanze, den Sauerstoff; drittens durch Entwicklung des Kundalinilichtes, das Zurückgeben des vom Mineralreich zurückgestrahlten Lichtes.»